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Zuspruch&Anspruch 2013

Zuspruch/Anspruch

Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen … sondern hat Lust am Gesetz des HERRN. … Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt
zu seiner Zeit.
(Psalm 1: 1-3)



Also, meine Lieben,  …  schaffet, daß ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides,
das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.
(Philipper 2:12-13)

Am Ende ist's doch gar nicht schwer …

1. Am Ende ist's doch gar nicht schwer, / Ein sel'ger Mensch zu sein,
Man gibt sich ganz dem  Herren  her / Und lebt in  Ihm  allein.

2. Man ist nicht Herr, man ist nicht Knecht, / Man ist ein fröhlich Kind
Und wird stets sel'ger, wie man recht / Den  Herren  lieb gewinnt.

3. Man wirkt in stiller Tätigkeit / Und handelt ungesucht,
Gleich wie ein Baum zu seiner Zeit / Von selbst bringt Blüt' und Frucht.

4. Man sieht nicht seine Arbeit an / Als Müh', vor der uns bangt;
Der  Herr  hat stets in uns getan, / Was  Er  zu tun verlangt.

5. Man fügt sich freudig immerfort / In Alles, was  Er  fügt,
Ist allezeit, an jedem Ort, / Wo man  Ihn  hat, vergnügt.

6. So selig ist ein gläub'ger Christ, / So reich und sorgenleer –
Und wenn man so nicht selig ist,
So wird man's nimmermehr.

Karl Johann Philipp Spitta (1801-1859)

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Und Gott der HERR nahm den Menschen
und setzte ihn in den Garten Eden,
um ihn zu bebauen und zu bewahren.
(1. Mose 2: 15)



Herr, laß ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte;
(Lukas 13: 8-9)

Es lohnt sich

Ich habe meinen Garten im zweiten Jahr. Die Rosen blühen, die Erbsen hängen strotzend voll, Rittersporn und Eisenhut sind über zwei Meter hoch gediehen – ein kleines Paradies. Das Unkraut? – Ist natürlich auch da. Ursprünglich Acker, dann Baugrundstück, übernahm ich den Garten als eine Unkrautwüste, von der Gärtnerin geringschätzig als „schlechter Boden" eingestuft. Anfangs machte mir das Unkraut wirklich viel zu schaffen. Die Huflattichpflanzen wuchsen gleich riesig, wenn ich keine Gelegenheit gehabt hatte, ihnen zu Leibe zu rücken. Immer wieder musste ich den Boden spatentief aufgraben, um wenigstens etwas von den Queckenwurzeln herauszureißen. Es war völlig unmöglich, sie ganz aus dem Boden zu bringen, dazu saßen sie viel zu tief. Im Herbst, beim Umgraben, habe ich die Wurzeln natürlich mit Sorgfalt abgesammelt – und in diesem Jahr: nur hier und dort in einem Winkel des Gartens ein Huflattichpflänzchen. Die Gartenpflanzen haben die Huflattich-pflanzen überwunden. Die Winde machte mir natürlich noch zu schaffen, aber des- wegen gebe ich den Garten doch nicht auf! Eines Tages werden auch sie am Ende sein – ich merke schon, daß sie kraftloser werden. Den Dünger vertragen sie nicht. Jeden Tag ist es eine Freude, den Garten zu betrachten. Das Unkraut? – Das ist Nebensache, auch wenn es Arbeit macht.
Bist du bedrückt, weil du dem  Herrn Jesus  immer noch so viel Mühe machst mit deinen Sünden und Fehlern? Gibt es in deinem Leben etwas, das wie die Winden an der gleichen Stelle immer wieder hervorkommt und die guten Pflanzen umrankt und herunterzieht? Wenn ich schon nicht daran denke, meinen Garten wegen des Un- krauts aufzugeben, um wieviel weniger gibt uns der  Herr Jesus  auf, nachdem ER uns als Eigentum erworben hat! ER wird auch mit dem Unkraut fertig: durch gute Pflanzen, die ER setzt und denen ER getreulich Raum schafft, durch kräftiges Düngen mit seinem Wort und richtiges Begießen mit dem  Heiligen Geist  und durch Umgraben, sooft es nötig ist, damit die Wurzeln der Verkehrtheit ans Licht kommen und hinweggenommen werden können.

aus „Etas Garten" (Eta Linnemann)

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Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und das Firmament verkündet das Werk seiner Hände. Ein Tag sagt es dem andern, und eine Nacht tut es der andern kund.
(Psalm 19: 2-3 NLB)



Denn sein unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, ist seit der Erschaffung der Welt im Geschaffenen zu sehen und zu erkennen,
sodaß sie keine Entschuldigung haben;
(Römer 1: 20)


Die Allmacht und Größe Gottes ist und bleibt unerforschlich. Aber zeigt der lebendige Gott nicht gerade darin seine Größe, daß er sich ganz klein machen kann? Der Große wird ganz klein, der Unbegreifliche wird greifbar und der Ferne kommt uns ganz nahe in seinem Sohn Jesus Christus. Der Schöpfer des weiten Universums mit seinen Sonnensystemen und Galaxien legt nun aber nicht nur einen Teil von sich in seinen Sohn Jesus Chritus hinein, sondern seine ganze Fülle und Schöpferkraft. Das an sich ist eigentlich schon ein Wunder genug. Doch darüber hinaus darf ich mich auch darüber wundern, daß mir in Christus und durch Christus diese unvorstellbare Fülle Gottes zugedacht und zugesprochen wird. Weil Jesus Christus wirklich die Fülle ist, darum kann auch nur er mein Leben mit einer Kraft erfüllen, die mich aus Schuld und Angst, ja sogar aus dem Tod befreit.

Heiner Eberhardt, Fackelträger, Obernhof (Lahn); 09.04.2013 Neukirchner Kalender


Die Allmacht und Größe Gottes sehen und erkennen wir mit bloßen Augen kaum beeindruckender als beim Anblick des unendlich großen Sternenhimmels. Das Herz geht uns auf, wenn uns die Schönheiten bewußt werden, die selbst in der gefallenen Schöpfung noch unsere Sinne betören. Ins Staunen geraten wir, wenn wir die Strukturen im mikroskopisch Kleinen erkennen, mit denen der Schöpfer die Schönheiten erzeugt, die uns auf IHN hinweisen. So wie die Seifenlauge an sich farblos ist, die die Vielfalt und Farbenpracht von Seifenblasen erzeugt, sobald sie in die richtige Form gebracht wird, so sind auch die mit dem bloßen Auge unsichtbaren Strukturen an sich farblos, die durch die Gesetze der Optik die atemberaubenden Form- und Farbsymphonien erzeugen, die wir besonders an Vögeln und Schmetterlingen bewundern. Und wie es sich für unseren Schöpfer gehört,  ist diese grenzenlose Vielfalt beherscht von göttlicher Ordnung – dem Synonym für Leben. Soviel wir aber schon erkennen konnten und noch werden, die Einsicht Hiobs wird bestehen bleiben: Seht, das sind nur die Säume seiner Wege, und wie leise ist das Wort, das wir vernehmen! Wer aber könnte das Donnern seiner Macht begreifen? (26:14)

RF

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Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt ist,
was wird ihre Annahme anderes sein als

Leben aus den Toten?
(Römer 11: 15)



Er hat euch mit Ihm lebendig gemacht, als ihr tot wart in den Sünden
und in der Unbeschnittenheit eures natürlichen Leibes,
indem er alle Sünden vergab

(Kolosser 2: 13)


Erkennbar absichtsvoll hat Gott die von Ihm für Israel verordneten Feste auf den Jahreszyklus der Natur in Israel abgestimmt. Passah, den Beginn des Festzyklus, verlegte Er auf den Frühlingsanfang (2.Mos12:2), die Zeit des Wiedererwachens der Natur aus dem Winterschlaf - als Gleichnis des Todesschlafes. Das Sterben und die Auferstehung Jesu sollten in diese Jahreszeit fallen! Uns als Seine Jünger hat Jesus – der "Erstling aus den Toten" (1.Kor15:20,23) – schon grundsätzlich in Seine Auferstehung mit hineingenommen (Kol2:12) und damit den Beginn einer neuen Epoche in Gottes Heilsplan markiert. So dürfen wir uns an dem neuen Leben der Natur auch erfreuen als einem Gleichnis für das Neue Leben, das Jesus endgültig in die vom Tod gezeichnete Menschenwelt gebracht hat. Bei aller Ähnlichkeit des Erwachens aus dem ’Todesschlaf’ der Natur und des Erwecktwerdens aus dem Todesschlaf der Sünde trennt beide Vorgänge ein abgrundtiefer Unterschied. Die vom Schöpfer in die Wurzeln und Zwiebeln gelegten Lebenskräfte werden durch die richtigen Licht-, Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen zu neuer Aktivität geweckt. Im Kind Adams sind keine Reste göttlichen Lebens mehr vorhanden, die nur erneut aktiviert werden müßten. Es bedarf nichts weniger als eines neuen Schöpfungsakts "von oben" (Joh3:6), um den Todeszustand des Menschen "außerhalb Christus" zu beenden. Dieser Schöpfungsakt "von oben", von dem schon David wußte (Psalm51:12), ist die Fortsetzung der Auferweckung Jesu (1Petr1:3) als Bestätigung Seines Opfers am Kreuz. Die ’Sonne’, die allein in das Dunkel der ’toten’ Seele das Leben schaffende Licht bringen kann, ist Gottes Wort. Daß es wirksam verkündet werden und daß unser Herz es recht aufnehmen kann,  das ermöglicht allein der Heilige Geist. Die Freude an den Frühjahrsblüten ist für den Landwirt aber auch Vorfreude auf die Frucht, die er am Ende der Wachtumsperiode zur Erntezeit (der Zeit des Laubhüttenfestes) erwartet. Sie wird ausbleiben, wo nicht die Blüten von außen durch Wind oder Insekten befruchtet werden. So wird auch die Frucht unseres neuen Lebens "in Christus" nur wachsen, wo der Wind des Heiligen Geistes unser bleibend adamitisches Wesen mit der Wahrheit Seines Wortes ’befruchtet’. Im Gegensatz zu der einmaligen Befruchtung in der Natur benötigen wir dieses Wirken des Heiligen Geistes beständig, täglich! Nur so wird unser Leben die Frucht bringen, die der Schöpfer des Lebens zur Erntezeit an uns suchen wird.        

RF

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Jetzt ist das Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden. Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.
(Johannes 12: 31-32)



Denn so hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

(Johannes 3: 16 )


Einen ungewohnten Blick auf das Geschehen auf Golgatha, den einzigartigen Wendepunkt alles Weltgeschehens, öffnet uns Tissot in seinem Gemälde auf der Vorderseite: „Was unser Retter-Heiland vom Kreuz aus sah". Die gewohnte Perspektive betont die körperliche und seelische Qual, die Demütigung und Schmach, die der göttliche "Menschensohn" willentlich erleidet, nämlich das Gericht über alles gottfeindliche Wesen dieser Welt. Hier aber wird uns die Perspektive des Menschensohns gezeigt. Oberflächlich gesehen könnten die Kontraste unter den Menschen, die Jesus erblickt, kaum krasser sein. Direkt zu seinen Füßen liegt seine Mutter, in der Seele getroffen von dem Schwert, das ihr der prophetische Simeon bei der Darstellung Jesu im Tempel angekündigt hatte. Um Maria herum die trauernden Frauen, die neben Johannes die einzigen sind, die jetzt noch den Mut aufbringen, ihre Beziehung zu ihrem Meister zu bekunden. Dies unter den Augen des hohen Klerus, der in vollem Ornat mit spöttischer Genugtuung oder mit lauernder Herausforderung, in gleichmütiger Befriedigung, aber auch besorgter Erwartung seinen Triumph genießt. Die Gesichter der Büttel des Hohen Rates spiegeln die Häme ihrer Herren. Vergleichsweise ’sympathisch’ erscheint demgegenüber der geschäftsmäßige Gleichmut des römischen Hinrichtungskommandos, der Vollstrecker des Sanhedriums. In besorgtem Abstand hält sich das ’einfache’ Volk, dessen Seele wohl das gleiche Spektrum an Gefühlen spiegelt, unter ihnen gewiß einige, die Jesu Retterliebe an Leib und Seele erfahren hatten.

Aber durch all diese äußeren Gegensätze hindurch sehen Jesu Augen die eine Gemeinsamkeit, derentwegen Er seine Lage erduldet. Jesus sieht sie alle zusammen in der tödlichen Verlorenheit, die Er gegenüber Nikodemus mit dem Hinweis auf die erhöhte Schlange in der Wüste angesprochen hatte. Wie der Biß der Schlangen die murrenden Israeliten, so hat der Stachel des Todes, die Sünde, uns alle ohne Unterschied mit seinem Gift infiziert, und aus uns heraus gibt es keine Rettung aus dieser Todessituation. Wie in der Wüste kann nur Gott selbst Rettung schaffen – und Er tut es! Aus Liebe schafft Er auch uns Rettung allein im gläubigen Aufblicken zu Seinem Retter. Für diejenigen, die dieses Gnadenangebot im Glauben ergreifen, wird Jesu Sterbensruf "Es ist vollbracht" zum Siegesruf: Der Stachel des Todes ist auf ewig zerbrochen!

RF

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Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet. Er war in der Welt, und die Welt wurde durch ihn, und die Welt kannte ihn nicht. Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an;
(Johannes 1: 9-10)



… so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

(Johannes 1: 11-13)


Auch wenn Jesus wahrscheinlich nicht zu Weihnachten geboren wurde, d.h. in der dunkelsten Zeit des Jahres, sondern wohl eher um das Laubhüttenfest – also zum Fest der vollen Ernte, symbolisiert in unseren Breiten die kirchliche Tradition treffend die geistliche Dunkelheit, in die Gott hinabstieg, um sie durch Sein Licht zu vertreiben. Noch vor Seiner Geburt zeigte sich, daß die Menschen, zu deren Erleuchtung und Rettung der Gottessohn den Weg der Erniedrigung ging, Ihm noch nicht einmal einen Raum für eine Geburt unter ihresgleichen einräumen konnten. Dies und besonders die nach der Geburt einsetzende Bedrohung durch die Mordkommandos des Herodes offenbaren die abgründige Tiefe dieser Dunkelheit. Die nächtliche Flucht nach Ägypten ist eine Vorschattung der Nacht, die zur Mittagszeit am Karfreitag sogar die Natur erfaßte. Für die Augen des normalen Menschen eine Geschichte des Scheiterns, die schon vor der Geburt vorgezeichnet schien – eine Perspektive die zunächst selbst die Emmausjünger teilten. Aber schon in den ersten Versen seines Evangeliums (1,5) macht Johannes deutlich, daß auch hier unsere verdunkelten Augen die göttliche Wirklichkeit nicht erkennen können. So abgrundtief sie auch ist – die Dunkelheit unsrer Menschenwelt hat das Licht, das Jesus mit seinem Kommen in diese Welt brachte, nicht überwinden können. Es bleibt unserem Verstand ein undurchdringliches Geheimnis, wie der allmächtige Gott in dieser Geschichte der Erniedrigung in der Krippe und des ’Scheiterns’ am Kreuz Seinen Triumph über die Finsternis um uns und in uns verwirklicht. Dennoch kann selbst unser verfinsterter Verstand von dem Licht Seiner Erkennnis erfüllt werden, wenn wir im Vertrauen auf sein Wort das tun, wozu Jesus gekommen ist – Ihn aufnehmen und damit den, der Ihn gesandt hat. Das Licht, das durch die damit bewirkte Geburt von oben dann in unseren Herzen aufleuchtet, wird selbst die Nacht unseres Sterbens nicht mehr "ergreifen" können. Daß ausgerechnet die gesellschaftlichen und religiösen Außenseiter seiner Zeit – die Hirten und heidnischen Magier – die ersten waren, die dieses Licht wahrnehmen konnten und sich ihm öffneten, das ist typisch für die Wege Gottes mit Seinen verlorenen Geschöpfen: Damit sich niemand rühme.

RF

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